2002 - Mittelland Zeitung 03. Juni

2002 - Mittelland Zeitung 03. Juni

Montag, 03 Juni 2002
(bT)
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«Das macht uns alle Stolz»

Nachgefragt Katja Gentinetta, Aargauer Expo-Projektleiterin

Katja Gentinetta, wenn Sie vor dem inneren Auge ablaufen lassen, was sich auf der Arteplage getan hat: Was geht da in Ihnen vor?
Katja Gentinetta: Das Ganze hat etwas sehr Berührendes. Man muss diese Bilder wirken lassen. Ob sie immer alle bis ins letzte Detail verstanden haben, ist zweitrangig. Wichtig war die Stimmung, der Spass - und das hat gestimmt.

«Das macht uns alle Stolz»

Nachgefragt Katja Gentinetta, Aargauer Expo-Projektleiterin

Katja Gentinetta, wenn Sie vor dem inneren Auge ablaufen lassen, was sich auf der Arteplage getan hat: Was geht da in Ihnen vor?
Katja Gentinetta: Das Ganze hat etwas sehr Berührendes. Man muss diese Bilder wirken lassen. Ob sie immer alle bis ins letzte Detail verstanden haben, ist zweitrangig. Wichtig war die Stimmung, der Spass - und das hat gestimmt.

Die Begeisterung war gross, das Gefühl des Miteinanders auf der ganzen Arteplage ebenfalls. Haben Sie sich vorgestellt, dass es so werden könnte, wie es geworden ist?
Gentinetta: Ich habe stark geträumt davon, dass «Ausfahrt Aargau» so wird. Der Funken ist gesprungen. Der Aargau hat die Herzen erobern können, das macht uns alle stolz.

Gibt es etwas, das Sie ganz besonders beeindruckt hat?
Gentinetta: Das ist schwer zu sagen. Ich habe überall den Aargau, die Aargauerinnen und Aargauer getroffen und wieder erkannt - auch in einer Rolle, die man dem Kanton und seinen Menschen auf den ersten Blick nicht zutrauen würde. Das zeigt: Das Projekt hat wunderbar funktioniert. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass der Kantonaltag, der Höhepunkt des Projekts «Ausfahrt Aargau», nur noch das Tüpfelchen auf dem i war. Ganz wichtig und entscheidend war, was in den vergangenen Jahren und Monaten passiert ist.

Was hat bei «Ausfahrt Aargau» am Ende anders ausgesehen, als Sie es sich ausgemalt haben?
Gentinetta: Es war im Vorfeld schwer, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie es wirklich wird. Es war auch nicht alles planbar. Wir spielten ganz bewusst mit diesem kalkulierten Risiko, das war Bestandteil des Projekts. Und ich darf feststellen, dass sich dieser Mut gelohnt hat, auch wenn es selbstverständlich Sequenzen gab, die nicht perfekt waren.

Was wird nach Ihren Dafürhalten von «Ausfahrt Aargau» bleiben?
Gentinetta: Ich hoffe, dass die Aargauerinnen und Aargauer aber auch alle anderen Schweizer, die «Ausfahrt Aargau» gesehen haben, sowohl die Menschen als auch die Gegenstände, mit denen die Mitwirkenden die Geschichte auf der Arteplage erzählt haben, mit anderen Augen sehen werden. Das gibt einen ganz anderen Blick auf die Wirklichkeit. (bbr.)

Geschrien vor Freude

Nachgefragt Tom Ryser, Regisseur der Gross-Choreografie

Tom Ryser, acht Stunden Hochspannung, volle Konzentration - wie fühlen Sie sich jetzt, unmittelbar nach dem Spektakel?
Tom Ryser: Es geht mir sehr gut - und ich bin völlig fertig, «dure». Ich habe fast keine Stimme mehr, dabei möchte ich noch so vielen danke sagen. Ich könnte «us em Stand» heulen. Wir haben enorm viel gearbeitet. Aber was ich hier zurückerhalten habe, wiegt das alles wieder auf.

Wenn Sie sich in diesem Moment vor sämtliche 700 Mitwirkenden stellen und etwas sagen müssten, was wäre es?
Ryser: Vielen Dank, danke, dass ihr mitgeholfen habt, diese verrückten Träume zu verwirklichen. Danke, dass wir zeigen konnten, dass so etwas möglich ist, dass der Aargau funktioniert, dass Gruppen, die zu Beginn nichts miteinander zu tun haben, sich freiwillig zusammentun und daraus ein grosses Ganzes werden kann und Unterteilungen verschwinden, dass alle Schauspieler sind. Da hat sich Wunderbares entwickelt. Wir haben erfahren, dass wir letztlich viel mehr zusammen erreichen könnten, als wir realisieren.

Ihre erste Beurteilung - ging etwas wirklich schief?
Ryser: Im Moment möchte ich sagen: ach Gott, das ist so unwichtig. Natürlich gingen beispielsweise im logistischen oder technischen Bereich, Dinge schief. Dieses Feedback werde ich den betreffenden Leuten noch geben, denn das ist für die Arbeit schon von Bedeutung. Aber alles in allem hat es doch echt gut geklappt.

Zuweilen hatte das - zumindest nicht eingeweihte - Publikum etwas Mühe, der Geschichte zu folgen, oder fragte sich, ob dies und jenes nun dazu gehört...
Ryser: Es war ja klar, dass man nicht allem folgen kann, musste man doch auch nicht. Ich glaube, das Publikum hat gespürt, was hier abging und dahintersteckt. Es war keine «Tom-Ryser-Show», es war «Ausfahrt Aargau», etwas, das man nie alleine machen kann. Bei so etwas gibt es auch Dinge, die einfach passieren.

Welches war für Sie der bewegendste Moment?
Ryser: Was soll ich sagen? Es hatte so viele solche Momente, so viel war extrem emotional für mich. Schon als der Alpaufzug einbog, hätte ich heulen mögen. Oder als die Helikopter herangeflogen kamen oder beim Hochzeitsspalier - da habe ich geschrien vor Freude. Alle, die Kinder und die Erwachsenen, waren einfach genial.

Bravo Argovie! Enfin un point positif à Expo.02

Aargauer Zeitung vom 3.6. «Die Ausfahrt fuhr ein»

Si l'ouverture de François Rochaix restera le mauvais souvenir à oublier, Argovie avec son spectacle nous permet enfin d'être fier d'être suisse. Très justement commenté en français à la TV Romande, on admire l'imagination intelligente d'un spectacle plein d'humour, voir de tendresse: tout est nouveau, osé et réussi: plein de jeunesse vive, représentant avec justesse la Suisse travailleuse d'aujourd'hui et la fantaisie possible pour demain. (Et c'est und canton de Suisse allemande qui propose cette leçon de fantaisie aux romands!) Personellement j'ai compris la leçon, merci! Pierre Henry, Lausanne

«Ich war skeptisch und bin jetzt begeistert»

Umfrage Spontane Reaktionen zum Spektakel «Ausfahrt Aargau in Neuenburg»

Beim Publikum hat sie voll eingeschlagen, die Liebesgeschichte der Bagger aus der Inszenierung «Ausfahrt Aargau». Bei fast (Anm. des Webmasters: fast?!...) sommerlicher Wärme bewunderten viele Zuschauer das Geschehen in der Arena. Spontan kamen die Antworten auf unsere Frage: «Was sagen Sie zum Auftritt der Aargauer?» Nur vereinzelt die Kritik, es gebe schon im Aargau genügend Verkehrstafeln und Chaos. Fast unisono Begeisterung darüber, den Kanton in einem völlig anderen Licht darzustellen. Unheimlich witzig, hervorragend, mit viel Selbstironie gestaltet, wie es den Deutschschweizern nicht zuzutrauen wäre, so die Kommentare. Der Funke hat auf Anhieb gezündet, die Botschaft ist angekommen, dass dieser Aargau Neues wagt und viel mehr bietet als ein schlechtes Image. Hans Lüthi

Heidi Reck, Safenwil Den Auftritt der Aargauer finde ich super. Meine Tochter Fabienne, sie ist 14-jährig, macht im Oberstufenchor Safenwil mit. Die haben den Auftritt an zwei Wochenenden eingeübt. Jetzt sind wir mit der ganzen Familie hier, begeistert von der Expo und bleiben noch.

Michael Mettauer, Büren an der Aare Es ist wirklich ein Chaos, genau wie auf den Strassen. Selber fahre ich zwar nicht Auto, aber man hört das ja von überall her. Einen Teil des Auftritts habe ich mitbekommen, der Aargau sucht ein anderes Image und will zeigen, dass er anderes hat als nur Strassen.

Erika Erni, Nussbaumen Am Anfang hat uns die Aargauer Ausfahrt gar nicht gefallen, denn es hat ja im Aargau schon genug Verkehrszeichen. Darum sind wir gleich weiter auf die Arteplage, nachdem wir Hochräder gesehen haben. Man begreift das Ganze erst, wenn man es liest.

Manfred Breitschmid, Hermetschwil Hervorragend, die Aufführung ist lebendig, freudig, alles gut organisiert. Dem Regierungsrat und den Verantwortlichen kann ich nur Komplimente machen. Sie zeigen den Aargau von der besten Seite. Ich war skeptisch und bin jetzt begeistert, auch von der Expo.

Karin Bächli, Baden Am Morgen war ich enttäuscht, aber die Freude der Beteiligten kommt gut an. Um den Inhalt zu verstehen, muss man die Geschichte lesen. Es ist sicher gut für den Aargau, wenn man die Baustellen anders anschaut. Die Expo selber ist beeindruckend.

Gisela Kienast, Stuttgart Jetzt stehen wir erst 20 Minuten hier, aber das ist unheimlich witzig. Die Schweizer können sich so gut selber auf die Schippe nehmen, diese Eigenironie fehlt den Deutschen. Selbstverständlich verstehe ich die Botschaft, ich habe vier Jahre im Aargau gelebt.

Eveline Caminada, Biel Ich finde den Aargauer Auftritt sehr positiv und beeindruckend. Das ist wirklich witzig, mit Baggern eine Liebesgeschichte zu zeigen. Schon seit Beginn beobachte ich das Geschehen. Die Expo gefällt mir eigentlich auch, die Atmosphäre ist schön.

Florian Schmidt, Saint-Maurice VS Es ist sehr originell, vor allem die Szene mit den Baggern. Musik an drei verschiedenen Orten, das ist schwer zum Organisieren. Aber man probiert Neues, das ist nicht typisch für Deutschschweizer, die eher konservativ sind. Das Spektakel bereitet viel Freude.

Ursula Moser, Aarau Ich finde das Schauspiel gut, die anvisierte Botschaft kommt sicher zum Publikum. Die Idee mit den verliebten Baggern hat mir am besten gefallen. Fazit: Ein aufgestellter Kanton, wo etwas los ist. Speziell ist die grosse Zusammenarbeit von allen, Polizei inbegriffen.

«Ein gut organisierter und schräger Spass»

Umfrage Was die Mitwirkenden des Kantonaltags über ihre Aufführungen an der Expo denken

Über 700 Leute aus den verschiedensten Vereinen und Organisationen haben am Aargauer Kantonaltag an der Expo.02 mitgewirkt. Das bunte Spektrum der Mitwirkenden reicht von Murgenthaler Alphornbläsern über Lenzburger Chlausklöpfer, Steel Bands aus Wettingen und Sins bis zur Aargauer Kantonspolizei. Die MZ hat sich unter ihnen umgehört, wie sie ihren Beitrag zum Fest erlebt haben und was für einen Eindruck sie damit bei den Expo-Besuchern glauben hinterlassen zu haben. Das Echo war durchwegs positiv. Die meisten Befragten hatten selber viel Spass und sind vom Aargauer Tag an der Landesausstellung begeistert. Schräg und skurril sei einmal etwas anderes. Das könne dem - zu Unrecht - verknöcherten Image des Aargaus nur gut tun. Umfrage: Alois Felber

Christian Stocker, Dreschergruppe Obermumpf Wir haben hier einen guten Eindruck gemacht. Gefallen hat mir, dass die Organisation insgesamt sehr gut geklappt hat. Schade war aber, dass die Verpflegung für die Mitwirkenden zeitweise ausgegangen ist.

Marianne Schmid, Gemischter Chor Aarau Was ich gehört habe, gefällt die Aufführung den Zuschauern. Mir gefällt sie auch. Man hat den Aargau hier von einer anderen Seite gezeigt, das ist sicher gut. Auch die Organisation war super. Alles hat geklappt.

Urs Juchli, Fassbodechlopfer Steel Band Wettingen Es war abwechslungsreich, auch wenn nicht alle alles immer verstanden haben. Es war nicht einfach eine simple Darstellung eines Kantons, sondern etwas Schräges. Das tut unserem sonst eher konservativen Image sicher gut.

Sara Greco, Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Baden/Gnadenthal Die Aufführung ist völlig toll. Die Zuschauer sind begeistert. Wir haben alle einen Riesenspass. Ich denke, dass der Aargau hier einen Supereindruck hinterlassen wird.

Thomas Bürki, Aargauisches Baudepartement Abteilung Tiefbau Die Leute schauen zu, ihnen gefällts, besonders wenn viel läuft. Wenn dieser Tag den Leuten in Erinnerung bleibt, kann es das Image des Aargaus fördern. Das schlechte Image wird aber den Leuten sowieso nur eingeredet.

Valon Selmani und Aco Bogdanovski, 2. Sekundarschule Birr Durch unsere Aufführung hier lernen die Leute den Aargau besser kennen. Wir fördern das Image des Aargaus, weil es den Leuten zum Beispiel Spass macht, im Labyrinth herumzulaufen und sich zu verirren.

Tobias Gloor, Polizeischule Aargau Man sieht uns hier einmal von einer anderen Seite. Der Aargau steht sonst nur für Baustellen und Stau. Die Aufführung hat auch etwas sehr Persönliches, Menschliches: Sie ist von ganz normalen Leuten, nicht nur von Künstlern gemacht.

Ursula Koke, Meitlisunntigvereinigung Fahrwangen/Meisterschwanden Die Zuschauer waren sehr interessiert und hatten Freude. Offensichtlich waren heute viele Aargauer hier. Das zeigt, dass sich die Bewohner des Aargaus für ihren Kanton interessieren. Das finde ich sehr schön.

Pius Hefti und Vreni Glauser, Sirambas Steel Band Sins Wir waren anfangs skeptisch. Ob die Inszenierung verstanden wird, ist vielleicht fraglich. Nun sind wir aber begeistert. Es ist etwas einzigartiges, 600 völlig verschiedene Leute, jung und alt, gleichzeitig auf dem Platz zu haben.

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