2002 - Fricktaler Bote 04. Juni

2002 - Fricktaler Bote 04. Juni

Dienstag, 04 Juni 2002
Tobias Brutschi
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«Ausfahrt Aargau», das Motto des Aargauer Tages auf der Arteplage Neuenburg der Expo.02

Aargauer Kantonsfest in Neuenburg

Am Samstag, 1. Juni, nahmen die Besucher der Expo.02 die «Ausfahrt Aargau» direkt zum Aargauer Tag. Für einen Tag konnte sich der Autobahn-Kanton Aargau den Besuchern der Arteplage Neuenburg präsentieren. Alles was im Aargau Rang und Namen hat, war mit dabei.

«Ausfahrt Aargau», das Motto des Aargauer Tages auf der Arteplage Neuenburg der Expo.02

Aargauer Kantonsfest in Neuenburg

Am Samstag, 1. Juni, nahmen die Besucher der Expo.02 die «Ausfahrt Aargau» direkt zum Aargauer Tag. Für einen Tag konnte sich der Autobahn-Kanton Aargau den Besuchern der Arteplage Neuenburg präsentieren. Alles was im Aargau Rang und Namen hat, war mit dabei.

«Nehmen Sie mit uns die Ausfahrt Aargau und erleben Sie etwas Einzigartiges, etwas noch nie Dagewesenes», forderte die Projektleiterin des Aargauer Tags, Katja Gentinetta, die Anwesenden auf. Das Klischee, der Kanton Aargau ist lediglich ein Durchfahrts- und Baustellenkanton, wurde auf ironische Art und Weise dargestellt. Viel Polizei, Bauarbeiter, zwei Bagger und eine grosse Schar von Kindern prägten den Umzug und die Shows auf der Arteplage Neuenburg. Passend zum Aargauerlied «Im Aargau sind zwöi Liebi» wurde ein Baggerballett gestaltet, die Liebesgeschichte ist durch zwei Baugeräte schauspielhaft aufgeführt worden. Als glanzvoller Höhepunkt wurde am Nachmittag das «Ja»-Wort der beiden «gesprochen». Doch zuvor begann alles ganz gemächlich mit dem «Alpaufzug», begleitet durch den Rhythmus der Sirambas Steel-Band aus Sins. «Ein ganzer Kanton zieht los, um die Geschichte vom Aargau zu erzählen», so wurde zumindest dieser Aufzug propagiert. Schliesslich begannen, durch den ganzen Tag verteilt, die Darbietungen und Shows der rund 600 Mitwirkenden: junge Menschen, die die Piazza mit verwirrenden Plänen und Latten, Pfosten und Schildern in ein undurchdringliches Labyrinth verwandelten. Dies schafften sie mit Hilfe von Rap-Musik und nach ihren eigenen Regeln. Auch die Rekruten der Polizeischul-RS halfen mit ihrem Auftritt mit. Sie regelten den Verkehr choreographisch und mit musikalischer Unterstützung. Zwischendurch und immer wieder mit einbezogen wurde die bekannte Liebesgeschichte des 12- und 24-Tonnen Baggers. Zig Tonnen Strassenmaterial schleppten die Aargauer mit auf die Arteplages, um den Besuchern ein Stück Aargau näher zu bringen. Es wurde ein Programm voller abstrakter, ironischer, aber auch höchst beeindruckender Szenen. Die auswärtigen Besucher freuten sich über das Gebotene. Auch Grossratspräsident Peter Müller war zufrieden: «Was muss das für ein gesegnetes Land sein, dieser Aargau, wo sogar die Bagger miteinander zärtlich umgehen.» Müller fügte bei seiner Ansprache nach dem gemeinsamen Mittagessen der Prominenz des Kantons hinzu, dass der Aargau nur darum so fleissig durchfahren werde, weil man ihn nicht auslassen könne. Landammann Ernst Hasler spricht gar von einem «ganz besonderen Tag» für die über 700 Mitwirkenden, die seit Monaten auf den heutigen Tag hingefiebert haben. «Wir waren dabei und wir können sagen, wie sich die Schweiz an der Expo für unsere Generation, neu präsentiert hat.» Hasler dankte schliesslich der Projektleiterin von «Ausfahrt Aargau», Katja Gentinetta, für ihre Arbeit, die zu einem reibungslosen Ablauf des ganzen Tages führte.

Mittendrin halfen die Fricktaler mit

«Obermumpf, Vordemwald, Bünzen», diese drei Ortschaften signalisierten die Ausfahrt Aargau auf dessen Logo. «Als ich erfahren habe, dass Obermumpf erwähnt wird, haben wir entschieden, uns für diesen Aargauer Tag anzumelden, um aktiv daran teilzunehmen», sagte Christian Stocker von der Dreschergruppe. So kam es, dass er zusammen mit seinen Kollegen das alte landwirtschaftliche Handwerk des Dreschens in Neuenburg präsentieren durfte. Im Vierertakt schlugen die Männer ihren Flegel (die hölzernen Dreschschlegel) auf ihrem geschmücktem Anhänger auf das Korn. «Eigentlich war ich ziemlich überrascht, als wir die Zusage zum Mitmachen erhalten haben. Ich freue mich sehr dabei zu sein», meinte Stocker. Auch der VMC Schupfart bekam eine Zusage für den Aargauer Tag. Mit 30 Radfahrern und sechs Begleitpersonen machten sich die Schupfarter am Mittwoch auf den Weg zur Expo. Dies allein berechtigt eine Teilnahme am Kantonstag allerdings nicht. Auch dass sie sich mit Fahrrädern auf diesen Weg machten, ist nichts aussergewöhnliches. Doch wenn es sich bei diesen Fahrrädern um bis zu 100 Jahre alte Oldtimer handelt, kann man von einer verrückten Mission sprechen. Über drei Etappen führte der Weg der Radler vom VMC Schupfart: «Es begann mit dem Startschuss vom Fricktaler Grossratspräsidenten Peter Müller und endete am Freitag mit der Ankunft in Neuenburg. Unterwegs durften wir in einigen Gemeinden deren Gastfreundschaft geniessen», erzählte Doris Müller. Die schmerzenden Hinterteile und weitere Ermüdungserscheinungen waren dann spätestens beim Umzug von «Ausfahrt Aargau» vergessen. «Es war eine wunderschöne Reise, die stets mit positiven Reaktionen von der Bevölkerung gespickt war. Auch das Wetter hatten wir ab der zweiten Etappe auf unserer Seite», so Müller.

Sie sind da, wenn man sie braucht

Sieben weitere Fricktaler zählten für eine Woche zu einem Teil der wichtigen Leute auf den Arteplages. Es handelt sich um die Samariter aus Obermumpf. Vom 27. Mai bis am letzten Samstag waren die Fricktaler auf den verschiedenen Samariterposten stationiert. «Was wir hier erlebt haben, war einfach gewaltig», meinte Harry Buchter, Samariter aus Obermumpf. «Die Einrichtungen, aber auch die Stimmung unter den Samaritern und den Ärzten war einfach überwältigend.» Die Hilfe der Fricktaler war besonders an den heissen Tagen einige Male in Anspruch genommen worden: «Die grosse Hitze, ungenügendes Trinken und keine Kopfbedeckungen führten zu Hitzestaus bei den Ausstellungsbesuchern», sagte Buchter. Er fügt hinzu, dass sie zum Glück keine schwerwiegenden Vorfälle zu behandeln hatten. Trotzdem muss man als Samariter auf alles gefasst sein: «Wir haben eine sehr gute Ausbildung, sodass ich zu keiner Zeit Bedenken gehabt habe. Doch ich bin froh, dass wir dieses einmalige Erlebnis ohne ernsthaften Zwischenfall erfahren durften.» Der 1. Juni 2002 wird den Mitwirkenden und den Besuchern des Aargauer Tages in guter Erinnerung bleiben. Das Baggerballett, der Umzug und die einmalige Atmosphäre zählten zu den Highlights. Aber auch, dass am Abend jeder Besucher ein Gläschen Aargauer Expo.02-Weiss-, Rot- und sogar Hanf-Wein eingeschenkt bekam, war überraschend, vor allem deshalb, weil dies durch die Rekruten der Polizeischule geschah.

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