2007 - Basler Zeitung 12. April

Donnerstag, 12 April 2007
Marc Krebs
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Rot-Blau. Untrennbar mit Basel verbunden sind Skelt! und Tron von P-27.

Die Klasse der alten Schule

Die Hip-Hopper P-27 wagen ein Comeback - und taufen ihre EP in der Kuppel

Acht Jahre lang war es ruhig um P-27. Nun melden sich Skelt! und Tron mit funky Tracks zurück. Am Samstag lädt die Old School zur grossen Klassenzusammenkunft.

baz apr 07

Rot-Blau. Untrennbar mit Basel verbunden sind Skelt! (links) und Tron von P-27.

Die Klasse der alten Schule

Die Hip-Hopper P-27 wagen ein Comeback - und taufen ihre EP in der Kuppel

Acht Jahre lang war es ruhig um P-27. Nun melden sich Skelt! und Tron mit funky Tracks zurück. Am Samstag lädt die Old School zur grossen Klassenzusammenkunft.

«Älterlichy Warnig: Alty Schuel» steht auf dem EP-Cover geschrieben. Tron und Skelt! sind erst 33 Jahre alt, aber schon Urgesteine in der lokalen Hip-Hop-Szene. Mit ihrem Debüt vor 15 Jahren leisteten sie Pionierarbeit, vollzogen mit Black Tiger einen «Murder by Dialect», den ersten Mundartrap der Schweiz. 1999 veröffentlichten P-27 ihr drittes Album. Seither haben wir nichts mehr gehört von der Gruppe.

Aufgelöst haben sie sich nie, sondern sich anderen Projekten gewidmet. Skelt! und Tron gingen eigene Wege, mischten in Theater- und Musikproduktionen mit. Dass P-27 dabei nie ganz in Vergessenheit gerieten, dafür sorgten alte Anhänger: «Wir wurden immer wieder gefragt, ob es uns noch gebe», erzählt Tron. Vor knapp drei Jahren traf er zufällig Skelt! wieder. Das war wie eine Klassenzusammenkunft: Man schwelgte in «Weisch no»-Erinnerungen an die Zeiten, als sie erlebten, wie Schweizer Rap vom Untergrund an die Oberfläche gespült wurde und Hip-Hop der Schlüssel zur Kreativität war. «Schaue ich mir die Szene von heute an, so scheint es zuallererst darauf anzukommen, was man repräsentiert. Erst an zweiter Stelle gehts darum, was man macht», erzählt Skelt!. Früher sei es genau umgekehrt gewesen. «Mit dem Hip-Hop von heute werde ich zu einem grossen Teil nicht glücklich», ergänzt Tron. Was die beiden vermissen? Die funkigen Old-School-Produktionen. Und den Spassfaktor.

COMEBACK. Lust und Spass waren bei Tron, dem Musikproduzenten und Teilzeitrapper, sowie Skelt!, dem Zeremonienmeister, wieder vorhanden. Also jammten und reimten sie im Heimstudio gemeinsam und stellten fest, «dass sich das sehr gut anfühlte», wie Skelt! resümiert. Das Resultat der monatelangen Tüfteleien wurde nun auf eine EP gepresst: «Pumpin' Daze» heisst das Comeback von P-27, das vom Artwork nahtlos an ihr Debüt «Overdose Funk» aus dem Jahre 1992 anknüpft. «Pumpin' Daze», bezieht sich das auf pumpende Beats und vernebelte Zustände? Tron grinst und verneint.

Mit Inhalieren hat der Titel nix zu tun, vielmehr steht er für die pulsierenden Tage. Diese lassen sie hochleben, in Tracks wie «Here We Go!» oder «Theme from P-27». Sie parodieren liebevoll die Toaster in «Rastafunkay» und mit «Kauboi» servieren sie einen amüsanten Bluegrass-Rap. Zudem enthält die EP auch noch einen neuen Edit ihres Klassikers, «Murder by Dialect».

«Pumpin' Daze» erscheint im Eigenvertrieb. Sollte die Nachfrage erfreulich sein, hätten sie genügend Lieder für ein ganzes Album im Köcher. Der Markt wird entscheiden, ob wir diese bald auch noch zu hören bekommen.

Item Tag

Musik, P-27, Presse, Rap, Skelt!, Tron

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