1999 - TELE 08. Januar

Freitag, 08 Januar 1999
Miriam Zollinger
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hotshots

P-27

Bestärken Sie mit diesem Bild nicht gängige Klischees?
Warum? Dann kaufen wir uns eben zwei neue Limos. Im Ernst: Es stimmt, dass viele Leute Rap mit Gangstern, Slums und Ghettos assoziieren. Man wird da schnell in ein Schema gepresst. Aber wir kopieren die Amis nicht, sondern machen Rap mit Themen, die uns hier in der Schweiz beschäftigen. Wenn wir imitieren würden, stünden hier Luxuslimos und wir wären mit Goldketten behängt.

tele

Klingt da eine Spur von Neid mit?
Nein, gewisse Rap-Künstler posieren vor den fetten Autos und Villen ihrer Produzenten oder suhlen sich in fremden Pools mit leicht bekleideten Mädchen. Wir finden das läppisch. Es sei denn, man schafft es aus eigener Kraft zu solchem Luxus. Wenn wir allerdings irgendwann mal unsere eigene Stretchlimo haben sollten, würden wir uns selbstverständlich damit ablichten lassen. Why not?

Hätten Sie keine Angst, wenn Sie solch düsteren Typen in einer dunklen Seitenstrasse begegnen würden?
Respekt, ja klar, wie Sie auch. Den haben wir eh vor allen Menschen. Und wenn uns oder unseren Lieben jemand ans Fell will, dann erst recht. Hast Du eine Knarre am Kopf schlägst Du sie dem Angreifer entweder aus der Hand oder versuchst, schnellstens Land zu gewinnen.

Was meinen Sie zur Legalisierung von Drogen?
Wir stehen dieser Betäubungsmittelklausel eher kritisch gegenüber. Die Grenze zwischen harten und weichen Drogen sollte klarer gezogen werden. Alkohol zum Beispiel ist überall erhältlich, auch Minderjährige haben Zugang. Viel zu viele Menschen werden süchtig danach, kriegen Leberzirrhosen und sterben dran.

Und bei anderen Drogen ist das nicht so?
Es ist noch nie jemand in den ewigen Jagdgründen gelandet, weil er gewisse weiche Drogen konsumiert hat. Sie wissen, welche wir meinen. Und trotzdem kommt man dafür in die Kiste. Es nervt uns, dass viele aus den oberen Etagen, die ganz massiv darüber herziehen, selber nicht drogenfrei leben. Das heisst jetzt aber nicht, dass wir dafür sind, dass man Drogen im Warenhaus kaufen kann.

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