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2016 - «Drummeli» @ Fasnacht.ch

Mittwoch, 20 Januar 2016
Daniel Thiriet
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Drummeli 2016: Man darf viel erwarten

Der Leiter Produktion des Drummeli, André Schaad, und der neue Regisseur haben einen Einblick ins Drummeli 2016 erlaubt: Das kommt viel Neues auf uns zu! Keine Panik herrscht beim Vorverkauf: 85 % der Tickets sind verkauft.

Im Probelokal sitzen 9 Menschen auf der Bühne und schauen erwartungsfroh zu den zahlreich anwesenden Mendienschaffenden. Der Drummelichef André Schaad stellt alle Aktiven vor und verweist auf „alte Bekannte“ (wie z.B. Susanne Hueber, Daniel Buser und SKELT!) und „ganz neue“ Ensemblemitglieder (wie der Hugo-Buser-Ersatzmann Patrick Gusset, sowie Philippe Graff und Sarah Speiser).

Danach erzählt der neue Regisseur Laurent Gröflin, die Neuerungen bei den „Rähme“ im Drummeli. Wer ihm gut zuhört merkt: Da bahnt sich eine kleine Revolution an: 1. Es gibt weniger Rahmestiggli, dafür werden sie in einem neuen Stil verpackt, etwas theatralischer und deswegen weniger pointenorientiert. Geschrieben von einem komplett neuen Texterteam . 2. Die Goschdym der Rahmenspiiler seien etwas zeitgemässer. Und drittens sei das Bühnenbild vollkommen neu gestaltet…. Der junge Regisseur (37) lässt keinen Zweifel offen, dass er dem Drummeli-Rahmenspiel seinen eigenen Stempel aufdrücken will. Wohl mit dem Segen des Comités. „Wir gehen bewusst etwas in die Offensive, ändern etwas und werden moderner“, sagt André Schaad dazu.

Die Kostprobe, die uns die Rahmenspieler vortragen, ist dann tatsächlich ausserhalb des bisher üblichen Drummeli-Stils: Der Text ist sehr satt (d.h. kein überflüssiges Wort), das Spiel (noch) ziemlich langsam und statisch. Man muss gut hinhören um die Feinheiten des Textes heraus zu hören. Kaum eine laute Pointe. Dafür etliche Momente, wo man mitdenken muss.

In der Nachbearbeitung werden mir die Schauspieler und der Drummelichef klar zu verstehen geben, dass dies zwar ein „ruhiges“ Stück war, aber anzeigen soll, dass das Drummeli mit seinen Rahmestiggli neue Wege gehen will. Mir persönlich gefällt das ja. Es bleibt zu hoffen, dass das Publikum dies auch so sieht und es zu schätzen weiss, wenn sich die Crew um Laurent Gröflin und André Schaad nicht auf den Lorbeeren der letzten Jahre ausruhen.

Ein weiterer Grund, weshalb sich die Schauspiel-Abteilung etwas entstauben will: Auch die Cliquen werden – gemäss Schaad – immer experimenteller und mutiger. Es werde die ganze Bandbreite geboten: Von einer jungen Garde über 17 Stammcliquen, die vom klassischen Basler Fasnachtsmarsch bis hin zur fantastischen Show und zu tollen Eigenkompositionen alles bieten werden. Es werde bei einer Clique Videotechnik benützt, die so noch nie an einem Drummeli zu sehen war. Dem musikalischen Teil beigemengt werden zwei Gugge (Krachschnygge und Räpplispalter) und zwei Schnitzelbängg (Dreydaagsfliege und Schunggebegräbnis). Gratuliert wird den beiden Cliquen Alti Garde Märtplatz und Glunggi Stamm zu ihren Jubiläen am Donnerstag und an der Dernière.

Zum Vorverkauf äussert sich André Schaad etwas genervt: Ein Veranstalter sei erst zufrieden, wenn 100 % seiner Tickets verkauft seien. Das sei noch nicht soweit beim Drummeli. 85 % der Tickets sind verkauft und das ist – gemessen am letzten Jahr – im Fahrplan. Die in einigen Medien erwähnten „Briefe an die Cliquen“ seien tatsächlich im Bemühen um Einhaltung des Verkaufszieles geschrieben worden. Aber man sei weit von einer Panik oder von „leeren Rängen“ entfernt. Einige Vorstellungen sind auch schon ausverkauft.

Zum Schluss bleibt die Erkenntnis, dass das Drummeli dieses Jahr mit einer gewissen Neugier – und vielleicht mit einer offenen Erwartungshaltung – besucht werden sollte. Noch ist nicht ganz klar, was einem bei den Rahmenstiggli erwartet. Aber sicher ist: Es wird ein schöner, fasnächtlicher und überraschender Abend mit viel Fasnachtsmusik und Unterhaltung. Und wenn da ein oder zwei Stücke darunter sind, die einem jetzt nicht so zusagen, dann sollte das ganz einfach drin liegen.

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